Mrz 072016
 
Das erste "Hallo World"-Programm auf dem RaspBerry Pi 3

So, heute war draußen ein regnerischer und kalter Tag, wie geschaffen, sich an die Installation der Entwicklungsumgebung „Lazarus“ auf dem RaspBerry Pi 3 zu machen, eine Entwicklungsumgebung, die auf der Sprache Pascal beruht und die es für (fast) alle Betriebssysteme gibt, so dass man damit wunderschön plattformübergreifend entwickeln kann. Zunächst gilt es aber, die Sourcen herunterzuladen und danach dann „FreePascal“ und anschließend „Lazarus“ zu übersetzen und zu installieren. Naiverweise dachte ich, das wäre eigentlich ein Kinderspiel und suchte gleich mal im großen weiten Netz nach Installationsanweisungen. Es gibt natürlich viele Anleitungen, aber keine für den RaspBerry Pi 3, sondern die allermeisten nur für den Vorgänger. Nun ja, da die beiden Modelle das gleiche Betriebssystem Raspbian benutzen, sollte sich doch das Installieren anhand der Befehle für das Vorgängermodell relativ leicht nachvollziehen lassen. Somit gleich mal angefangen, die Voraussetzungen zu installieren, denn zunächst muss man Subversion installieren und einige weitere Pakete für Raspbian, was auch reibungslos funktionierte. Prima, das war ja einfach und ruckzuck waren die Voraussetzungen geschaffen, FreePascal von Subversion herunterzuladen und zu installieren und zu übersetzen. Allerdings zeigte mir Raspbian jedesmal nach dem Auschecken der Sourcen aus Subversion (was relativ lange dauert), einen Dateisystemfehler an und behauptete, die micro SD-Karte wäre korrupt. Nachdem ich alles versucht hatte,  um diesen Fehler zu umgehen, versuchte ich zunächst, NOOBS und damit auch Raspbian auf der SD-Karte neu zu installieren, aber selbst mit nagelneuem Betriebssystem kam immer wieder beim Auschecken von Free Pascal der gleiche Fehler und die SD-Karte war plötzlich schreibgeschützt aufgrund eines Fehlers im ext4-Dateisystem.

Nachdem ich gut eine Stunde herumexperimentiert hatte und zu keinem Ergebnis kam, versuchte ich, im Netz nachzuvollziehen, was da los sein könnte, denn die Karte war nach mehreren Tests an meinem iMac physikalisch völlig in Ordnung. Also im offiziellen RaspBerry-Forum gesucht und wurde dort fündig, denn ein Benutzer berichtete, dass es im Zusammenhang mit der Original-Firmware immer wieder zu Timing-Problemen mit der SD-Karte gekommen wäre, dies aber im neuesten Raspbian-Kernel vom 5.3.2016 gefixt wurde. Nur wie kommt man zu einem aktuellen Kernel ? Nun, so schwer ist das nicht, mit

  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get upgrade
  • sudo apt-get dist-upgrade
  • sudo rpi-update
  • [reboot]
  • sudo branch=next rpi-update
  • [reboot]

kommt man im Terminalfenster zu einer neuen Firmware für den Raspberry Pi 3, diese erhöht sich von Version 4.1.17 auf Version 4.4.4 und enthält einige wichtige und sinnvolle Fixe, es empfiehlt sich also grundsätzlich, die allerneueste Firmware zu installieren. Dies ist eben der Vorteil an einem quelloffenen Betriebssystem, das man sich selbst übersetzen kann, um damit dann den Rechner auf den neuesten Stand zu bringen.

Nach der Installation des neuesten Kernels also nochmals die gesamte Prozedur von vorne und alle Pakete wieder soweit installiert. Nun kam der spannende Moment des Auscheckens von Free Pascal und siehe da, keinerlei Probleme mehr mit der SD-Karte, alles lief reibungslos und ging ohne weiteren Probleme über die Bühne. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, die folgenden Parameter in die Datei /boot/config.txt einzutragen und den RaspBerry neu zu starten:

  • force_turbo=1
  • arm_freq=1300

Damit erhöht man die Taktfrequenz von 1,2 GHz auf 1,3 GHz und man nutzt diese 8 % Geschwindigkeitsgewinn beim Übersetzen der Sourcen.

Nachdem also nun FreePascal aus Subversion ausgecheckt wurde, ging es an’s Übersetzen der Sourcen, was gut eine halbe Stunde dauerte, aber fehlerfrei geklappt hat. Man muss sich übrigens mindestens FreePascal in der Version 3.0.0 installieren, um die Sourcen von Lazarus übersetzen zu können, standardmäßig wird beim normalen Auschecken von Free Pascal aus dem Paketmanager von Raspbian die Version 2.6.4 installiert.

Nach der Installation von FreePascal ging es dann ans Auschecken und Übersetzen von Lazarus, was nochmals gut über eine Stunde gedauert hat, aber auch fehlerfrei funktionierte. Am Ende kann man dann wieder in die grafische Oberfläche von Raspbian booten und im Menü dann unter „Entwicklung“ Lazarus starten, was wunderbar funktioniert hat.

Um zu schauen, ob auch das Übersetzen geklappt hat, habe ich noch kurz ein kleines „Hello World“ Programm geschrieben, was anstandslos übersetzt wurde.

Toll, wie einfach man sich seine Entwicklungsumgebung schnell selbst zusammenbasteln kann, auch wenn der gesamte Prozess mehrere Stunden meiner Zeit und 3 Tassen Kaffee gekostet hat, aber so habe ich schon wieder etwas über den inneren Aufbau eines Linux-Dateisystems gelernt und alte Erinnerungen wieder aufgefrischt.

Mal schauen, wie ich nun weiter vorgehen werde und was ich als Nächstes angehen werde, ich werde es Euch hier weiter berichten, es bleibt also spannend.

Wer übrigens die Installation von Free Pascal und Lazarus auf dem RaspBerry Pi 3 nachvollziehen will, ich habe mich an folgenden Anleitungen orientiert:

 

Mrz 062016
 
RaspBerry Pi 3 mit Zubehör

Wie in einem früheren Blogpost schon berichtet, hatte ich mir einen RaspBerry Pi 3 (kurz „Raspi“) bestellt, weil ich mich zukünftig mit diesem Einplatinencomputer beschäftigen will und damit auch in meiner doch weniger freien Zeit wieder mal etwas basteln will. Manchmal werden eben aus gestandenen Männern wieder Kinder, denn in meiner Kindheit hatte ich mich viel mit Elektronik und Bausätzen beschäftigt, dies aber in den letzten Jahren völlig aus den Augen verloren. Mit der heutigen Generation dieser Einplatinencomputer kann man ja relativ komfortabel Hard- und Software verbinden, denn mit der Rechenpower eines kleinen PC ausgestattet, lassen sich doch schon viele Projekte realisieren und man kann diesen kleinen PC mittels Programmierumgebungen zudem noch sehr komfortabel für solche Steuerungsaufgaben programmieren.

Am Freitag nachmittag kam dann endlich der Raspberry Pi 3 an, hübsch verpackt und mit allerlei Zubehör ausgestattet. Also gleich alles ausgepackt und den kaum zigarettenschachtelgroßen Computer in ein schickes Gehäuse eingebaut, alle Kabel angeschlossen und dann den Stromstecker eingesteckt, damit der ARM-Prozessor bootet und man ganz gespannt das erste Mal das Logo des RaspBerry Pi 3 auf dem Bildschirm sehen kann. Doch anstatt eines Logos kam erst einmal… nichts… schwarzer Bildschirm, kein Lebenszeichen zu sehen… Oh je, der neue PC-Winzling wird doch wohl nicht schon kaputt sein, vielleicht sogar Transportschaden ? Doch halt, nochmal überlegen und alle Schritte durchgehen. Strom funktioniert, also versucht er zunächst nach dem Einschalten, ein Betriebssystem zu laden. Da der RaspBerry Pi aber nicht von Festplatte oder SSD bootet (er hat ja keinen SATA-Anschluss), muß er von der mitgelieferten Micro SD-Karte booten. Also, die Micro SD-Karte wieder aus dem Kartenslot des Raspi entfernt und auf dem iMac geschaut, was da überhaupt drauf ist. Nun ja, was soll ich sagen – die Micro SD Karte war leer. Also kann der Raspi auch nichts booten, da er kein Betriebssystem findet. Was nun also tun ?

Um ein Betriebssystem booten zu können, muss NOOBS („New Out of the Box Software“) auf der Micro SD-Karte installiert werden. Dank zahlreicher Anleitungen im Internet war das kein Hexenwerk und auch schnell erledigt. Für Mac OSX gibt es hierbei ein tolles Programm von Hans Luijten, Apple Pi-Baker, welches die SD-Karte partitioniert und formatiert und alles soweit vorbereitet, dass man die Dateien von NOOBS einfach nur noch auf die SD-Karte schieben braucht. Gesagt, getan und die Karte dann wieder in den Raspi eingesetzt, Strom wieder hineingesteckt – et voilà, das Bootmenü von NOOBS erscheint und man kann endlich das Betriebssystem installieren. Es gibt einige Betriebssysteme zur Auswahl, aber das gebräuchlichste ist sicher Raspbian, ein Linux-Derivat von Debian, speziell angepasst auf den RaspBerry und seine Limitation bzgl. Hauptspeicher und Speicherplatz.

Nach der Installation von Raspbian, was durchaus eine gute halbe Stunde gedauert hat, wurde der Rechner neu gestartet und man landet nach dem Booten in der Oberfläche von Raspbian, welches sich stark an Debian anlehnt. Wer schon einmal einen Linux-Rechner bedient hat, fühlt sich sofort heimisch.

Nachdem ich dann ein wenig mit der Oberfläche herumgespielt hatte, ging es darum, den Raspi auf Vordermann zu bringen und die neuesten Updates einzuspielen. Ist auch kein wirkliches Problem, mit folgenden Befehlen im Terminal werden die Updates aus dem Web gezogen und die Firmware des Raspi aktualisiert:

  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get upgrade
  • sudo apt-get dist-upgrade
  • sudo rpi-update
  • [reboot]
  • sudo branch=next rpi-update
  • [reboot]

Nun hat man anstatt Version 4.1.1 nun Firmware 4.4.4 auf dem Rechner und kann nun loslegen, die Programmierumgebung auf den Rechner zu installieren. In meinem Fall möchte ich mir Free Pascal und Lazarus auf dem Kleinst-PC installieren, laut diversen Anleitungen ist dies allerdings nicht ganz so trivial, weil es für den ARM V7 -SOC noch kaum angepasste Software gibt und man also die Sourcen des Compilers selbst übersetzt muss. Dies ist nun die Aufgabe am Wochenende, dies zu bewerkstelligen und folgt in einer weiteren Folge hier im Blog. Ich werde Euch also weiter auf dem Laufenden halten, was sich so tut…

Ich muss bis also jetzt sagen, selten wieder mal soviel Spaß gehabt, neue Hardware in Betrieb zu nehmen und mit diesem kleinen, aber feinen PC zu spielen, auch wenn er ja unter Linux läuft und ich mir erst wieder die dazu notwendigen Befehle wieder aneignen muss, denn bisher hatte ich immer mit Windows und Mac OSX zu tun, wo sich viel auf der Oberfläche abspielt. Unter Linux allerdings dominiert die Kommandozeile bzw. das Terminalfenster, was wieder mal was Neues, aber trotzdem Spannendes ist. ich bin zudem echt überrascht, welche Geschwindigkeit dieser etwa zigarettenschachtelgroße Einplatinencomputer an den Tag legt und das für noch nicht einmal 40 Euro. Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden, was das Projekt so macht und wie es weitergeht… bis bald…

 

 

Mrz 022016
 
Der RaspBerry 3 von der Seite betrachtet

Ich hatte ja in meinem ersten Blogpost schon angekündigt, mich zukünftig mit Einplatinencomputer zu beschäftigen. Nachdem diese Woche nun der neue Raspberry Pi 3 herausgekommen ist, habe ich direkt zugeschlagen und ihn mir samt Gehäuse und Netzteil bestellt und werde nun meine ersten Gehversuche im diesem Bereich damit wagen.

Eines der ersten Projekte, die ich angehen will, ist die Ansteuerung von RGB LED-Streifen (z.B. Neo Pixel, siehe auch hier) bzw. kompletter Video-Walls (wie z.B. hier) mittels Raspberry Pi. Das hat zwar vorerst keinen tieferen Sinn, aber die Ansteuerung von Hardware mittels Einplatinencomputer reizt mich, um das Verständnis des Zusammenspiels von Hardware und Software zu vertiefen und zu verstehen, was da genau vor sich geht und wie sich so eine Einplatinencomputer programmieren lässt. Mal sehen, vielleicht lässt sich damit eine Ambilight-Steuerung des Fernsehens, wie es Philipps bei seinen Geräten schon seit längerem hat, realisieren, Projekte und Anleitungen dazu gibt es ja einige im Netz.

Jan 102016
 
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Willkommen zum meinem neuen Blog. Zukünftig werde ich hier rund um die Entwicklung mit Embarcadero Delphi (mein bevorzugtes Entwicklungssystem, mit dem ich meine Software entwickle) berichten sowie die weiteren interessanten Dinge, die mich so beschäftigen.

Da ich aktiv Sportkegeln betreibe, entwickle ich hauptsächlich Programme zum Verwalten rund ums Sportkegeln. Ich will mich demnächst auch mit der Thematik Hausautomatisierung (HomeMatic) beschäftigen, hierzu lese ich mich gerade in das Thema ein und werde mir dazu auch einen Einplatinencomputer zulegen, mit dem ich mich dann tiefer in die Materie einarbeiten will.

Wenn Du magst, kannst du ab und zu vorbeischauen, damit Du auf dem neuesten Stand bist. Kommentare sind gerne willkommen !

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