Mrz 062016
 
RaspBerry Pi 3 mit Zubehör

Wie in einem früheren Blogpost schon berichtet, hatte ich mir einen RaspBerry Pi 3 (kurz „Raspi“) bestellt, weil ich mich zukünftig mit diesem Einplatinencomputer beschäftigen will und damit auch in meiner doch weniger freien Zeit wieder mal etwas basteln will. Manchmal werden eben aus gestandenen Männern wieder Kinder, denn in meiner Kindheit hatte ich mich viel mit Elektronik und Bausätzen beschäftigt, dies aber in den letzten Jahren völlig aus den Augen verloren. Mit der heutigen Generation dieser Einplatinencomputer kann man ja relativ komfortabel Hard- und Software verbinden, denn mit der Rechenpower eines kleinen PC ausgestattet, lassen sich doch schon viele Projekte realisieren und man kann diesen kleinen PC mittels Programmierumgebungen zudem noch sehr komfortabel für solche Steuerungsaufgaben programmieren.

Am Freitag nachmittag kam dann endlich der Raspberry Pi 3 an, hübsch verpackt und mit allerlei Zubehör ausgestattet. Also gleich alles ausgepackt und den kaum zigarettenschachtelgroßen Computer in ein schickes Gehäuse eingebaut, alle Kabel angeschlossen und dann den Stromstecker eingesteckt, damit der ARM-Prozessor bootet und man ganz gespannt das erste Mal das Logo des RaspBerry Pi 3 auf dem Bildschirm sehen kann. Doch anstatt eines Logos kam erst einmal… nichts… schwarzer Bildschirm, kein Lebenszeichen zu sehen… Oh je, der neue PC-Winzling wird doch wohl nicht schon kaputt sein, vielleicht sogar Transportschaden ? Doch halt, nochmal überlegen und alle Schritte durchgehen. Strom funktioniert, also versucht er zunächst nach dem Einschalten, ein Betriebssystem zu laden. Da der RaspBerry Pi aber nicht von Festplatte oder SSD bootet (er hat ja keinen SATA-Anschluss), muß er von der mitgelieferten Micro SD-Karte booten. Also, die Micro SD-Karte wieder aus dem Kartenslot des Raspi entfernt und auf dem iMac geschaut, was da überhaupt drauf ist. Nun ja, was soll ich sagen – die Micro SD Karte war leer. Also kann der Raspi auch nichts booten, da er kein Betriebssystem findet. Was nun also tun ?

Um ein Betriebssystem booten zu können, muss NOOBS („New Out of the Box Software“) auf der Micro SD-Karte installiert werden. Dank zahlreicher Anleitungen im Internet war das kein Hexenwerk und auch schnell erledigt. Für Mac OSX gibt es hierbei ein tolles Programm von Hans Luijten, Apple Pi-Baker, welches die SD-Karte partitioniert und formatiert und alles soweit vorbereitet, dass man die Dateien von NOOBS einfach nur noch auf die SD-Karte schieben braucht. Gesagt, getan und die Karte dann wieder in den Raspi eingesetzt, Strom wieder hineingesteckt – et voilà, das Bootmenü von NOOBS erscheint und man kann endlich das Betriebssystem installieren. Es gibt einige Betriebssysteme zur Auswahl, aber das gebräuchlichste ist sicher Raspbian, ein Linux-Derivat von Debian, speziell angepasst auf den RaspBerry und seine Limitation bzgl. Hauptspeicher und Speicherplatz.

Nach der Installation von Raspbian, was durchaus eine gute halbe Stunde gedauert hat, wurde der Rechner neu gestartet und man landet nach dem Booten in der Oberfläche von Raspbian, welches sich stark an Debian anlehnt. Wer schon einmal einen Linux-Rechner bedient hat, fühlt sich sofort heimisch.

Nachdem ich dann ein wenig mit der Oberfläche herumgespielt hatte, ging es darum, den Raspi auf Vordermann zu bringen und die neuesten Updates einzuspielen. Ist auch kein wirkliches Problem, mit folgenden Befehlen im Terminal werden die Updates aus dem Web gezogen und die Firmware des Raspi aktualisiert:

  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get upgrade
  • sudo apt-get dist-upgrade
  • sudo rpi-update
  • [reboot]
  • sudo branch=next rpi-update
  • [reboot]

Nun hat man anstatt Version 4.1.1 nun Firmware 4.4.4 auf dem Rechner und kann nun loslegen, die Programmierumgebung auf den Rechner zu installieren. In meinem Fall möchte ich mir Free Pascal und Lazarus auf dem Kleinst-PC installieren, laut diversen Anleitungen ist dies allerdings nicht ganz so trivial, weil es für den ARM V7 -SOC noch kaum angepasste Software gibt und man also die Sourcen des Compilers selbst übersetzt muss. Dies ist nun die Aufgabe am Wochenende, dies zu bewerkstelligen und folgt in einer weiteren Folge hier im Blog. Ich werde Euch also weiter auf dem Laufenden halten, was sich so tut…

Ich muss bis also jetzt sagen, selten wieder mal soviel Spaß gehabt, neue Hardware in Betrieb zu nehmen und mit diesem kleinen, aber feinen PC zu spielen, auch wenn er ja unter Linux läuft und ich mir erst wieder die dazu notwendigen Befehle wieder aneignen muss, denn bisher hatte ich immer mit Windows und Mac OSX zu tun, wo sich viel auf der Oberfläche abspielt. Unter Linux allerdings dominiert die Kommandozeile bzw. das Terminalfenster, was wieder mal was Neues, aber trotzdem Spannendes ist. ich bin zudem echt überrascht, welche Geschwindigkeit dieser etwa zigarettenschachtelgroße Einplatinencomputer an den Tag legt und das für noch nicht einmal 40 Euro. Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden, was das Projekt so macht und wie es weitergeht… bis bald…

 

 

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